Betrieb Toblerhof
App an, Tor zu am Betrieb Toblerhof
Am Anfang stand die Schulmilch. Vor über 30 Jahren wurde mit ihr am Toblerhof der Grundstein für die Selbstvermarktung gelegt. Heute bekommen unzählige Schulkinder täglich ihr Pausengetränk von dem Betrieb in Lambach im Hausruckviertel.
Vor über 30 Jahren starten Maria und Ferdinand. Ihre Schulmilch wird an 1.500 Kinder und einige Großküchen direkt vermarktet und geliefert. Lisa und Stefan Niedermair-Auer haben dann noch einen Gang höher geschaltet: „Die Verarbeitungstechnik war veraltet. Deshalb haben wir schon 2017 begonnen, eine neue Hofmolkerei und einen Stall zu planen“, sagt der Bauer. 2021 wurde dann mit dem Bau begonnen, im Jahr darauf sind die Käserin in die Verarbeitung und die Kühe in den Tierwohlstall eingezogen. Der Hofladen wird von 40 weiteren Betrieben aus der Region beliefert, was unter anderem seinen Erfolg ausmacht. „Seit 2022 produzieren wir zusätzlich zu Milch und Joghurt auch Eis und Käse. Deshalb haben wir mittlerweile acht Angestellte“, ergänzt die Landwirtin. „Viel Freude bereitet uns auch, dass uns jedes Jahr rund tausend Kinder und 30 Busgruppen besuchen.“
Der Professionalisierungsschub hat nicht nur den Hochglanz-Bereich in der Verarbeitung, sondern auch den Stall betroffen. Weil der auf 70 Fleckviehkühe erweitert wurde, kommt das Unternehmen trotz der gestiegenen Verarbeitungsmenge mit der eigenen Milch aus. Ermolken wird diese mit einem Lely Astronaut A5 Melkroboter, die Kühe bewegen sich in einem offenen Bauwerk. „Unsere Weide ist im Stall“, beschreibt Stefan Niedermair-Auer den Komfort, den seine Tiere dabei genießen. Er traue sich alles herzeigen, was bei ihm am Betrieb gemacht wird. „Wenn ich Kälber einstreue, streue ich Kälber ein. Wenn der Tierarzt eine Infusion setzt, setzt er eine Infusion.“
Jeder Erfolg hat aber auch seine Schattenseiten.
Bei der innovativen Familie ist das sicherlich die Arbeitslast, die mit dem Wachstum verbunden ist. Lösungswege dafür sind Automatisierung und Digitalisierung. So setzt der Landwirt seit einiger Zeit auf die monica-App, mit der elektrische Komponenten und Sensoren vernetzt werden können. Damit können momentan schon Ventilatoren und Tore angesteuert werden. Damit kann das Stallklima immer im Optimum gehalten werden“, erklärt monica-Experte Thomas Pillwatsch. In Zukunft sollen auch Milchtanküberwachung und Futtersiloschnecke dazukommen. „ Die meisten Geräte im Stall hätten mittlerweile Elektromotoren und entsprechende Steuerungen. „Die Anbieter sind Experten für die Hardware. Wir können die intelligente und vernetzte Steuerung dazu.“ Die Programmierung erfolge dabei absolut betriebsindividuell. „Bestimmte Funktionen können an eine Uhrzeit oder an eine Wetterstation gebunden werden. Anderes wird vom Smartphone aus auf- und abgedreht.“
Die monica-App reduziert die Arbeitslast deutlich
Stefan Niedermair-Auer muss nun nicht mehr so oft vom Traktor absteigen und Knöpfchen drücken.
„Und wir haben mehr Sicherheit. Einmal hat es mir die Curtains verbogen, weil ich sie bei einem Gewitter nicht mehr rechtzeitig hinuntergebracht habe. Jetzt muss ich nicht mehr rennen, wenn der Sturm kommt.“ Auch die Wohlfühlbedingungen für die Kühe können noch besser getroffen werden.
„Bisher haben wir nach Gefühl auf und zu gemacht. Jetzt erledigen das die Sensoren.“ Von der Fernsteuerung ist der Milchbauer begeistert. „Wir sehen den genauen Status. Unser Sohn ruft vom Ausflug nach Wien an und sagt, wisst ihr, dass ihr das Tor nicht geschlossen habt?“ Überhaupt sei die nächste Generation noch technikaffiner. „Natürlich schläft man manchmal nicht so gut, wenn man so viel investiert hat. Aber wenn alles alt ist und gesudert wird, laufen die Jungen davon.“
Ein nächster Schritt wird die Kontrolle des Energieverbrauchs sein. „In die Hofmolkerei läuft ganz schön viel Strom hinein. Bis Ende 2027 haben wir den für drei Jahre im Voraus gekauft“, meint Lisa Niedermair-Auer. Dann sollen Photovoltaik und Speicher fertig ausgebaut sein. Auch dabei kann dann monica helfen, Lastspitzen zu vermeiden und das Energiemanagement individuell zu parametrieren. „Bei 4.000 Euro Stromrechnung im Monat wird das interessant.“ Zukünftig will die Familie alle zusätzlichen Steuergeräte in die App integrieren. „Da gilt das Sprichwort, dass man mit der Zeit gehen muss. Mit unseren Investitionen wollen wir uns als Milchbauern in einer Schweinegegend behaupten und die nächste Generation begeistern.“










